Der wassermischbare Kühlschmierstoff, früher auch Bohrwasser genannt, spielt beim spanenden Bearbeiten von Metallen eine enorm wichtige Rolle. Für eine erstklassige Leistung mit idealen Ergebnissen ist der richtige Einsatz des passenden Kühlschmierstoffs unerlässlich. Dabei kommt es nicht nur auf die Auswahl des richtigen wassermischbaren Kühlschmierstoffs bzw. Bohrwassers an, sondern auch auf die passende Kühlschmierstoffzuführung. Beides hat einen entscheidenden Einfluss auf die Oberflächenqualität sowie die Standzeit der Werkzeuge. Das Bohrwasser kann auf verschiedene Arten zugeführt werden um eine optimale Spanabfuhr und die Kühlung des Werkstücks  zu gewährleisten. In unserem Beispiel unterscheiden wir zwei grundsätzlich verschiedene Arten.

Innere Bohrwasserzufuhr / Kühlmittelzufuhr (IKZ)

Für eine optimale Spanabfuhr, insbesondere beim Gewindebohren von langspanenden Werkstoffen und tieferen Bohrungen (2-3 facher Durchmesser), empfiehlt sich eine innere Bohrwasserzufuhr. Hierbei wird, wie der Name schon sagt, das Kühlmittel direkt durch das Innere des Werkzeugs dem Prozess zugeführt. Aufgrund der guten Kühleigenschaften wirkt sich diese Methode auch Verschleiß mindernd auf die Kanten im Schneidebereich aus.

Bohrer mit innerer Kühlmittelzufuhr (IKZ) Beispielbild

Äußere Bohrwasserzufuhr / Kühlmittelzufuhr 

Die am häufigsten angewendete Methode zur Kühlmittelzufuhr ist die äußere, die bei guter Spanbildung eingesetzt werden kann. Der Vorteil der äußeren Zufuhr besteht darin, dass man kein spezielles Werkzeug dafür benötigt. In der Regel wird über Kunststoffdüsen, oder Metalldüsen, der Kühlschmierstoff so von außen direkt auf den Prozess gegeben. Je nach Anwendung kommen dabei unterschiedlich hohe Drücke zum Einsatz. Für eine optimale Spanabfuhr sollte immer mindestens eine Kühlschmierstoffdüse möglichst nah an der Werkzeugachse ausgerichtet sein. Bei einem stationären Bohrer empfiehlt es sich mit zwei Düsen zu arbeiten.

Bohrer mit äußerer KühlmittelzufuhrBeispielbild

Arten von wassermischbaren Kühlschmierstoffen / Bohrwasser

Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Arten von Bohrwassern, die sich im wesentlichen durch ihre Grundöle unterscheiden. Am häufigsten kommen mineralölbasierte sowie synthetische Öle zum Einsatz. Es gibt aber auch Öle auf Ester- bzw. Pflanzenbasis. Die unterschiedlichen Grundöle beeinträchtigen die Eigenschaften des Kühlschmierstoffs und kommen deshalb in verschiedenen Anwendungen zum Einsatz.

Mineralölbasierte Emulsion

  • Am häufigsten bei der spanenden Bearbeitung eingesetzt
  • Gute Zerspanungseigenschaften
  • Gut für die Maschine, guter Korrosionsschutz
  • Ölgehalt des Konzentrates zwischen 20% bis 50% (teilweise noch mehr)
  • Ist eine stabile Emulsion mit milchig, weißem Aussehen
  • Empfohlene Mischungsverhältnisse:
    • Für Stahl 5 – 7 % Einsatzkonzentration
    • Für zähe Stähle und rostfreien Stahl 8 – 12% und mehr

Synthetischer Kühlschmierstoff

  • Anwendung überwiegend bei Schleifoperationen
  • Weniger gute Zerspanungseigenschaften beim spanenden Bearbeitungen
  • Ergibt eine wasserklare Lösung
  • Empfohlene Mischungsverhältnisse:
    • Einsatzkonzentration 4 – 6 %

Auf Ester- bzw. Pflanzenöl basierte Emulsionen

  • Beste Zerspanungseigenschaften bei Emulsionen
  • Häufig als Umformschmierstoff angewandt
  • Lässt sich gut mit Wasser abreinigen
  • Nicht sehr verbreitet in Werkstätten
  • Empfohlene Mischungsverhältnisse:
    • Für rostfreien Stahl 6 – 8 % Einsatzkonzentration
    • Für zähen, rostfreien Stahl und exotische Stähle 8 – 12% und mehr

Bitte berücksichtigen Sie bei den wassermischbaren Kühlschmierstoffen das empfohlene Mischungsverhältnis. Die richtige Mischung kann mit einem Refraktometer überprüft werden.

Zur Auswahl des geeigneten Bohrwassers steht Ihnen unser esgemo-Ansprechpartner unter:
Tel. 06261 675 2615, Fax 06261 675 2617 und info@esgemo.de jederzeit zur Verfügung.

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Bohrwasser richtig einsetzen